„Hypnose hilft auch dann,

wenn alles andere versagt.“

Dr. JamesBraid (1795-1860)

Hypnose ist ein Verfahren um einen „tieferen“ Bewusstseinszustand zu erreichen. Es ist eine Art Tiefenentspannung wobei der Klient sich in einem höchst konzentrierten Zustand befindet. Die Umwelt wird ausgeblendet, Nebengeräusche werden unwichtig, Raum- und Zeitgefühl gehen verloren. Die Aufmerksamkeit geht nach Innen, welches als Zustand der Trance bezeichnet wird. Dieser tiefe Entspannungszustand hilft uns Veränderungen herbei zuführen.

In Momenten extremer Konzentration erleben wir im Alltag auch Hypnose ähnliche Zustände. Nämlich dann, wenn wir vollkommen gebannt sind von einem Thema und alles andere ausblenden wie zum Beispiel bei einem Hobby, das uns sehr liegt oder bei einer langen Autofahrt.

Der Psychiater Dr. Milton Erickson von dem die Hypnotherapie in den 50ger und 60ger Jahren des letzten Jahrhunderts aus den USA hervorgegangen ist und dessen Stil nachwirkend großen Einfluss auf verschiedenste Therapieformen hat, geht davon aus, dass unser jeweiliges Bewusstsein Ausdruck eines selbstinduzierten quasi hypnotischen Zustand ist. Es ist das Ergebnis unseres verknüpften Denkens, Fühlens und Interagierens. Assoziationsmuster engen unsere Wahrnehmung auf einen Teilbereich unserer Möglichkeiten ein, der berühmte Tunnelblick. Gerade bei langandauernden Problemen konzentriert jeder die Aufmerksamkeit so sehr auf diese, dass wir uns auf einen Ausschnitt von begrenzten Lösungsmöglichkeiten einengen.

Nur bei einer von 10 Versuchspersonen gelingt Hypnose nicht. Da die meisten Menschen wie schon erwähnt jeden Tag selbst in Zustände gehen, die mit hypnotischer Trance vergleichbar sind (TV, Autofahren, Tagträumen usw.) ist Hypnose in einem geschützten Rahmen bei jedem grundsätzlich möglich. Man kann auch, wenn Anfangs der Zugang erschwert ist, mit Übung „Trance“ lernen. Am besten ist, ohne große Erwartung an die Hypnosesitzung heranzugehen.

Das Besondere an der Hypnose

Bei wacher Entscheidung ist immer bewusstes Denken mit dabei. In vielen Fällen sehr nützlich, oft grenzt es uns auch ein. Bei der Hypnose gehe ich in einen anderen Bewusstseinszustand, der kreative Wege öffnet und die Analyse ausschaltet. Erickson hebt dabei die positiven Anteile des Unbewussten und die autonome Individualität des Klienten hervor.

 

Bewährt hat sich die Methode besonders bei Phobien, Belastungsstörungen, Schlafstörungen, Übergewicht, Raucherentwöhnung und im Besonderen zur Unterstützung der „Zielerreichung“ wie zum Beispiel bei der Sporthypnose. Da Hypnose offenbar die Selbstheilungskräfte aktiviert, kann sie auch unterstützend bei medizinischen Anwendungen genutzt werden.

 

Bei einer umfassenden Studie aus dem Jahr 2002, die von Professor Bongartz von der Universität Konstanz durchgeführt wurde, ergaben 40 Studien bei denen Hypnose zur Behandlung verschiedener Störungen angewendet wurde, bei 38% der Patienten ohne Hypnose eine Besserung gegenüber 62% einer Besserung mit Hypnose.

Eine Metaanalyse von Irving Kirsch zeigte 1995, dass Hypnose zusammen mit einem konventionellen Therapieverfahren wie der Verhaltenstherapie den Behandlungseffekt noch mehr verstärkt.

Die Hypnotherapie wurde im Jahr 2006 in Deutschland vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (§ 11 PsychThG) als wirksame Heilmethode anerkannt.